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"Wir werden nicht eher ruhen, bis es das Verbrechen der Weiblichen Genitalverstümmelung nicht mehr gibt!"
Mit dieser Vision gründeten Annette und Rüdiger Nehberg TARGET e.V. im Jahr 2000.

 

Die Fakten sind menschenverachtend und unvorstellbar: Täglich werden über 8.000 Mädchen und Frauen ihrer Genitalien und Würde beraubt. Alle 11 Sekunden (!) ein Opfer. Weltweit sind über 150 Millionen Frauen in 35 Ländern betroffen, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Unsere Strategie ist beispiellos und einzigartig, denn sie lautet: "Mit der Ethik und Kraft des Islam." TARGETs PRO-Islamische Allianz gegen Weibliche Genitalverstümmelung (PIA) sucht den Dialog mit Islamischen Autoritäten, um diese als Verbündete im Kampf gegen den blutigen Brauch zu gewinnen. 

Da die Weibliche Genitalverstümmelung unrichtig mit Heiligen Schriften und religiöser Pflicht begründet wird und die meisten Opfer Musliminnen sind, sehen wir in der Kraft des Islam die größte Chance, die grausame Tradition zu beenden. Annette und Rüdiger Nehberg zusammen mit dem gesamten TARGET-Team verfolgen das Ziel, den Brauch in allen Ländern als unvereinbar mit dem Koran und der Ethik des Islam, als Diskriminierung des Islam, zur Gottesanmaßung und zur Sünde zu erklären. Hochrangige islamische Autoritäten haben sich dieser Allianz angeschlossen. Kerngebiet unserer Arbeit ist derzeitig der afrikanische Kontinent.

 

TARGETs Mission ist es, den Azhar-Beschluss in alle Moscheen der Welt zu tragen und abschließend das Verbot Weiblicher Genitalverstümmelung in Mekka verkünden zu lassen. 



Durch die Organisation und Finanzierung von Konferenzen erreicht TARGET Meinungsführer als Multiplikatoren im jeweiligen Land. Parallel führt TARGET Aufklärungskampagnen zum Thema Female Genital Mutilation (FGM) mittels der Verteilung des "Goldenen Buches" mit den Imamen in den betroffenen Ländern durch. "Das Goldene Buch" belegt durch sog. Fatwas (Religionsgutachten von hochrangigen Gelehrten des Islam) die Aussage: “Weibliche Genitalverstümmelung ist Sünde und verstößt gegen höchste Werte des Islam." Die Imame bilden das Sprachrohr zum "Goldenen Buch", so gelangt die Kunde von der Moschee bis in die entlegensten Winkel des Landes. Damit werden die Mädchen und Frauen aktiv und nachhaltig geschützt!

Darüberhinaus hat TARGET medizinische Hilfe in die Wüste Äthiopiens gebracht: Eine mobile Krankenstation und eine stationäre Geburtshilfeklinikstehen den geschundenen Mädchen und Frauen des Afar-Volkes zur Verfügung. TARGETs Geburtshilfeklinik entstand als Ort der Hoffnung, inmitten einer Steinwüste, fernab von der Zivilisation, um den Opfern von Weiblicher Genitalverstümmelung die dringend notwendige medizinische Versorgung, Schwangerschaftsvorsorge und Geburtshilfe zu ermöglichen. Hier werden von ca. 50 festen äthiopischen Fachangestellten und einem deutschen Ärzte- und Projektteam in einem Einzugsgebiet von über 70.000 qm mehr als 150.000 Menschen medizinisch versorgt.



Mit jedem gespendeten Euro kommen 89 Cent im Projekt an!



TARGET arbeitet gemeinnützig und finanziert sich ausschließlich über Spenden. Wir garantieren Ihnen: Wir stehen verantwortungsvoll dafür ein, dass Ihre Hilfe bei den Menschen vor Ort ankommt! Unsere Projekte sind nur möglich aufgrund des ehrenamtlichen Einsatzes von Ärzten und Menschen, die das Projekt finanziell unterstützen. Ganz ohne Verwaltungsaufwendungen geht es jedoch auch bei uns nicht. Durch unser kleines Team und viele ehrenamtliche Helfer halten wir die Kosten so gering wie möglich, denn wir wollen mit Ihrer Spende so viel wie möglich bewirken. Mehr zu den Spendeneinnahmen und Ausgaben finden Sie unter "Finanzen und Verwendung".

Gegen den Zeitgeist und doch erfolgreich – für die Mädchen Afrikas! 
TARGETs beispiellose Strategie erreichte seit der Gründung im Jahr 2000 entscheidende Ziele und schrieb Geschichte im Kampf gegen die Weibliche Genitalverstümmelung: 

 

  • Der Durchbruch im November 2006: In der Azhar-Universität zu Kairo veranstaltete TARGET erstmals mit hochrangigen islamischen Gelehrten unter der Schirmherrschaft des Großmuftis von Ägypten, Prof. Dr. Ali Gom’a, eine „Internationale Konferenz Islamischer Gelehrter gegen Weibliche Genitalverstümmelung“. Das bedeutende Ergebnis besitzt den Wert einer richtungsweisenden Fatwa, eines Rechtsgutachtens: „Weibliche Genitalverstümmelung ist ein strafbares Verbrechen. Es verstößt gegen höchste Werte des Islam.“

 

  • Muslime vertrauen TARGET, weil wir von Anfang an in der Kraft des Islam die größte Chance sahen, den Brauch FGM zu beenden und mit höchsten Islamführern kooperierten. Wir kommen stets in Freundschaft mit Respekt und ohne missionarische oder “westliche” Hintergedanken und setzen uns für ihre Mädchen und Frauen ein. 

 

  • Die Afar (Äthiopien, 1,6 Millionen Menschen) erklärten Genitalverstümmelung schon im Jahr 2002 auf der von TARGET organisierten
    „1. Wüstenkonferenz“ zur Sünde. Als erstes Volk haben sie wirksame stammesrechtliche Konsequenzen aus der Fatwa von Kairo gezogen. Der Oberste Rat für Islamische Angelegenheiten der Afar und sämtliche Clanführer der Afar schrieben am 6. Juli 2007 per Stammesgesetz die Strafe für Genitalverstümmelungen fest: „Anzeigepflicht gegen die Eltern und Blutgeld gegen die Beschneiderin“! TARGET durfte daraufhin am Ortseingang von Samara, der neuen Hauptstadt der Provinz Afar, vor der Moschee ein großes Metall-Schild mit Fotos prominenter Afar-Persönlichkeiten aufstellen. Sie bekennen sich zu der Botschaft, die in vier Sprachen auf dem Schild prangt: „Weibliche Genitalverstümmelung ist eine sündige Handlung“!

 

  • Entscheidende „Wüstenkonferenzen“ in Dschibuti und Mauretanien (2004) mit politischen und religiösen Stammesführern führten zur Ächtung von Genitalverstümmelung. TARGET darf vor dem siebtgrößten Heiligtum des Islam, einer Pilgermoschee in der Wüste Mauretaniens, ein Transparent mit der erreichten Fatwa gegen Weibliche Genitalverstümmelung hissen.

 

  • Der Bundesgerichtshof hat 2004 ein maßgebliches Urteil gefällt, um in Deutschland lebende Migrantentöchter vor Verstümmelung im Ursprungsland der Familie zu schützen. 

 

  • Die Fahrende Krankenstation bei den Afar bringt seit 2004 erhebliche Hilfe zu den betroffenen Mädchen und Frauen. 

 

  • "Das Goldene Buch" wurde im Jahr 2006 verfasst und bildet die Grundlage einer gleichnamigen Aufklärungskampagne. Die Erstauflage des außergewöhnlichen Werkes wurde von der Bundesregierung finanziell gefördert. "Das Goldene Buch" ist ein, seinem Inhalt entsprechend, sehr kostbar gestalteter Schmuckband mit Goldprägung und Goldschnitt. TARGET hat die Fatwa der Azhar-Konferenz sowie Auszüge aus den dort gehaltenen Reden der Gelehrten und Mediziner in dem "Goldenen Buch" zusammengefasst. "Das Goldene Buch" wurde als Predigtvorlage für Imame konzipiert und ist ein entscheidendes Mittel bei TARGETs Einsatz in verschiedenen Ländern Afrikas. Es soll Bestand haben neben dem Koran.

 

  • 2009 erhielt "Das Goldene Buch" den renommierten “reddot”-Designpreis. Die Bücher werden kostenlos an Imame sowie an medizinische Zentren und Schulen verteilt. Ein "Goldenes Buch" kostet 10 Euro, von der Produktion bis in die Hände der Imame. DIESE Zehn Euro können alle Mädchen eines Dorfes retten!

 

  • Äthiopien, Djibouti und Mauretanien haben mit der Verteilung der "Goldenen Bücher" begonnen. Auch die Länder Somalia, Sudan, Tschad und Mali bekunden großes Interesse an den "Goldenen Büchern". 

 

  • Die ersten Predigten zeigten bereits Wirkung: Die beispielhafte Initiative einer ehemaligen Verstümmlerin und Hebamme schützte innerhalb von nur drei Monaten 60 Mädchen. TARGET unterstützt dieses Kleinprojekt und plant weitere. 

 

  • TARGETs Geburtshilfeklinik Danakil, fertiggestellt im Jahr 2015, leistet in Äthiopien beachtliche Hilfe für die von genitaler Verstümmelung betroffenen Frauen und Mädchen: TARGET e.V. in Kooperation mit dem Berufsverband der Frauenärzte e.V., engagierten ehrenamtlichen Medizinern und einem starken äthiopischen Team.

 

  • Unsere Gesundheitsstation besteht seit 2012 bei den Waiãpi Indianern im brasilianischen Amazonas als weiterer Ort der Hoffnung. Das Anwesen umfasst drei Gebäude: Labor, Mitarbeiter-Wohnhaus und das runde Patientenhaus. Die Indianer haben es mit ihren traditionellen Zeichnungen geschmückt. Es ist das Herzstück des Projektes. Aufgrund der Einmaligkeit der Waiapí-Zeichnungen wurden diese sogar zum Weltkulturerbe erklärt! 

 

  • Hier, inmitten des brasilianischen Urwaldes, fernab von der Zivilisation, hilft TARGET den Waiãpi Indianern bei der dringend notwendigen Erst- und Notversorgung sowie Krankheiten wie z.B. Malaria zu behandeln oder Geburtshilfe zu leisten. Insgesamt fanden über 2.000 Behandlungen seit der Eröffnung 2012 statt, 24 Babys erblickten in der Klinik das Licht der Welt.

 

  • Mit dem aktuellen Projekt Urwaldklinik unterstützen wir den Wunsch der Indianer, selbstbestimmt in ihrem angestammten Wald leben zu können. So lange sie ihrer Heimat treu bleiben, schützt sie die brasilianische Verfassung vor dem Zugriff der Holz- und Mineralindustrie. Und für uns ist dieses Projekt ein bescheidener Beitrag, der auch der übrigen Welt ein wunderschönes Stück primären Regenwaldes erhält.