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Internationaler Tag gegen Weibliche Genitalverstümmelung

Hamburg, 06.02.2018

 

Mit dem internationalen Tag gegen Weibliche Genitalverstümmelung wird am 06. Februar auf die Menschenrechtsverletzungen an Mädchen und Frauen aufmerksam gemacht. Von dieser grausamen Verstümmelungspraxis sind vor allem Muslima in afrikanischen Ländern betroffen, die durch den jahrtausendealten Brauch an gesundheitlichen und psychischen Folgen ein Leben lang leiden.

 

Wir von TARGET e. V. setzen dabei auf die Kraft der Religion und die enge Partnerschaft mit dem Islam, um dieses Verbrechen zu beenden. Unser Ansatz: Religion trifft ins Herz, und dort muss Veränderung geschehen. Wenn Weibliche Genitalverstümmelung (engl. Female Genital Mutilation, kurz FGM) in den Ursprungsländern gestoppt wird, wird dies auch Mädchen aus Familien mit Flucht- und Migrationshintergrund in Europa schützen.

TARGETs Aufklärungskampagne „Das Goldene Buch“ richtet sich dabei an unterstützende Imame, die sich TARGETs Strategie anschließen und die Botschaft, dass FGM ein strafbares Verbrechen ist, bei ihrer Predigt an das Volk verkünden. Im westafrikanischen Guinea-Bissau sind unsere Imam-Teams bis in die entlegensten Orte des Landes unterwegs, um weitere Geistliche sowie Lehrer, Gesundheitsbeauftragte, Frauenorganisationen und die Bevölkerung zu überzeugen. Immer mehr Imame schließen sich der Kampagne an und stärken sich gegenseitig in regionalen Treffen, die auch der Fortbildung dienen. Imam Djaló aus Buba: „Ich dachte früher, die Beschneidung der Mädchen wäre eine religiöse Pflicht, aber nun bin ich überzeugt, dass wir uns dagegen einsetzen müssen“.

Die Grundlage unserer Kampagnen ist die als historisch gewertete Azhar-Fatwa, die wir bei ihrer Internationalen Gelehrtenkonferenz in der renommierten Al Azhar zu Kairo im Jahr 2006 erwirkte. Kernsatz der Fatwa: Weibliche Genitalverstümmelung ist ein strafbares Verbrechen, das gegen höchste Werte des Islam verstößt und mit allen Mitteln gestoppt werden muss. Die Konferenz wurde im kostbar gestalteten Goldenen Buch zusammengefasst und über 100.000 Exemplare hergestellt. In mehreren Ländern Afrikas wurden sie bereits von TARGETs regionalen Imam-Teams kostenfrei als Predigtgrundlage verteilt. Weitere religiöse Rechtsgutachten hoher islamischer Geistlicher ergänzen das in viele Sprachen übersetzte Werk.

Das größte Problem der Bevölkerung ist fehlendes Wissen über FGM und das Tabu ist weiterhin groß. Die hohen Geistlichen des Islam zum Umdenken zu bewegen, bedeutet für die von Weiblicher Genitalverstümmelung bedrohten Mädchen eine große Chance auf Schutz und ein unversehrtes Leben weltweit. Die Strategie TARGETs, mit muslimischen Würdenträgern in den respektvollen Dialog zu treten, wird in der Bevölkerung als kulturell angemessen und positiv aufgenommen. Dies offenbart, dass TARGETs Ansatz greift und Erfolge im Kampf gegen FGM erzielt.

Unterstützen Sie unsere Arbeit und sichern Sie unsere Projekte langfristig. Ein jahrtausendalter Brauch lässt sich nur mit mühevollem, intensivem Engagement bewirken, erfordert aber auch Geduld. Werden Sie Fördermitglied und helfen Sie jetzt die Mädchen und Frauen Afrikas vor dieser grausamen Tradition zu schützen.

 

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