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Hilfsprojekte für die Waiãpi

Nachdem sich Rüdiger Nehberg 20 Jahre lang erfolgreich für die Rechte der indigenen Gruppe der Yanomami eingesetzt hatte und diese im Jahr 2000 einen akzeptablen Schutz erhielten, haben wir uns den Waiãpi im brasilianischen Amazonasgebiet zugewandt und ihnen bereits 2003 eine erste kleine Krankenstation im zentral gelegenen Dorf Comunidade Triangulo Amaparí (CTA) gebaut.

Mit dem aktuellen Projekt "Urwaldklinik" unterstützen wir den Wunsch der Indigenen, selbstbestimmt in ihrem angestammten Wald leben zu können. Für uns ist dieses Projekt ein wertvoller Beitrag, um die Rechte der Indigenen zu schützen, das Leben im Wald nachhaltig zu unterstützen und so den Amazonas-Regenwald zu erhalten.

Bisher mussten die Indigenen für die meisten Untersuchungen und Behandlungen in die Stadt Macapá. Dort sind sie gezwungen, die Lebensweise der Nicht-Indigenen anzunehmen und stecken sich mit weiteren Krankheiten an. Durch die von TARGET gebaute Krankenstation und die Urwaldklinik können sie in ihrem angestammten Gebiet bleiben und erhalten vor Ort medizinische Hilfe von brasilianischen Fachärzten. 

 

Die Urwaldklinik

Die Klinik umfasst drei Gebäude: Das runde Patienten- und Behandlungshaus ist das Herzstück des Projektes. Die Waiãpi haben es mit ihren traditionellen Zeichnungen geschmückt. Aufgrund der Einmaligkeit der Waiãpi-Zeichnungen wurden diese sogar zum Weltkulturerbe erklärt! Im zweiten Gebäude sind Labor, Geburtsraum, Ultraschall- und Impfzimmer untergebracht. Im Mitarbeiterhaus ist eine große Küche, die auch die stationären Patienten versorgt. Die Ausstattung der Urwaldklinik und der Krankenstation mit medizinischem Equipment, Medikamenten und Personal wird durch das Sekretariat für Indigene Gesundheit (port.: Secretaria Especial de Saúde Indígena, SESAI) des brasilianischen Gesundheitsministeriums gewährleistet.

 

Nach zehnmonatiger Bauzeit wurde am 17. August 2012 die Einweihung gefeiert. Es waren über 200 Waiãpi gekommen, alle festlich geschmückt. Hoher Regierungsbesuch der zuständigen Behörden war aus Brasília angereist. Die Gäste waren beeindruckt und sprachen von einem Vorzeigeprojekt, von dem es kein zweites im großen Regenwald geben würde. „Ein Traum ist für uns heute in Erfüllung gegangen“, sagte Häuptling Kumaré bei der Eröffnung, „endlich können viele Krankheiten meines Volkes hier im Wald behandelt werden.“ Seither finden pro Jahr zwischen 3.000 und 5.000 Behandlungen in der Urwaldklinik sowie ca. 2.500 Behandlungen in der Krankenstation statt.

Seit 2010 unterstützt TARGET zusätzlich das Projekt „Apoio Social“, das von der Vereinigung der Waiãpi „APIWA-TA" ins Leben gerufen wurde. Bei Bedarf leistet TARGET finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung von besonderen Medikamenten und gesundheitlichen Hilfsmitteln, wie Brillen, Prothesen oder Herzschrittmachern, sowie Untersuchungen durch Fachärzte in Sonderfällen für die Waiãpi.

 

Um das Leben der Waiãpi durch weitere Krankenstationen tief im Urwald zu unterstützen, wurde Anfang 2019 in Gesprächen mit den Indigenen und der SESAI das Dorf Ytuwassu als geeigneter Standort identifiziert. Das Dorf liegt im schwer zugänglichen Urwald an einem wichtigen Fluss. Im Oktober 2019 wurde die neue Krankenstation eingeweiht. Sie ist auch Anlaufstelle für jene Waiãpi, die tief im Wald leben und dort die Grenzen schützen. Der Bau gestaltete sich aufgrund der topografischen Lage nicht einfach. Viel Baumaterial musste über lange Wege aus der 400 Kilometer weit entfernten Stadt Macapá erst per Auto auf unbefestigten Straßen und Wegen und dann weiter per Kleinboot bis ins Urwalddorf transportiert werden. 

 

Seit 2019 unterstützen wir zudem ein Grenzschutz-Projekt der Waiãpi sowie freien Zugang zu Informationen und Online-Bildungsangeboten. Ausführliche Infos zu diesen neuen Projekten sind im Jahresbrief 2019 ab Seite 4 zu finden.

 

Sehen Sie hierzu auch folgende Videos:

 

 

 

Wo befinden sich die TARGETs Gesundheitsprojekte bei den Waiãpi?


Zoomen Sie hinein oder heraus.

Krankenstation in CTA:

 


Krankenstation in CCW Aramirã (Hauptstation):

 

 

 

Krankenstation in UBSI Ytuwasu:

 

Über das Volk der Waiãpi
 

Die Waiãpi sind im nordöstlichen Amazonasgebiet angesiedelt. Entdeckt wurden sie in den 1980er-Jahren bei Straßenbauarbeiten im Bundesland Amapá im Norden Brasiliens. Sie leben traditionell im Wald von Jagd, Fischfang und Ackerbau und haben sich bewusst für den Erhalt und die Weiterführung ihrer traditionellen Lebenskultur entschieden.

Ihr Territorium, etwa 1,5-fach so groß wie das Saarland. Es wurde zum Schutzgebiet erklärt und ihnen übereignet. Ein großes Problem ist jedoch die Gesundheitsfürsorge. Patienten mit schweren Krankheiten und Verletzungen mussten aufwendig in die Stadt Macapá gebracht werden. Das blieb nicht ohne Folgen: Oft bekamen sie zusätzliche Krankheiten. Da sie grundsätzlich in Begleitung ihrer Familien nach Macapá reisen, ist die Gefahr von Ansteckungen Vieler umso größer. Durch TARGETs Krankenstation CTA sowie durch die Urwaldklinik CCW konnte dieses Risiko deutlich reduziert werden.

Gesundheit und Schutz für die Waiãpi und den Amazonas-Regenwald

 

Unsere Urwaldklinik besteht seit 2012 bei dem indigenen Volk der Waiãpi im brasilianischen Amazonas als weiterer Ort der Hoffnung. Das Projekt umfasst drei Gebäude: Labor, Mitarbeiter-Wohnhaus und das runde Patientenhaus. Die Waiãpi haben es mit ihren traditionellen Zeichnungen geschmückt. Es ist das Herzstück des Projektes. Aufgrund der Einmaligkeit der Waiãpi-Zeichnungen wurden diese sogar zum Weltkulturerbe erklärt! Gemeinsam mit den beiden weiteren Krankenstationen (seit 2002 und 2019) werden jährlich bis zu 7.000 Behandlungen durchgeführt.


 

  • Hier, inmitten des brasilianischen Urwaldes, fernab von der Zivilisation, hilft TARGET den Waiãpi bei der dringend notwendigen Erst- und Notversorgung sowie Krankheiten wie z.B. Malaria zu behandeln oder Geburtshilfe zu leisten.
  • Mit unseren Projekte unterstützen wir den Wunsch der Waiãpi, selbstbestimmt in ihrem angestammten Wald leben zu können. So lange sie ihrer Heimat treu bleiben, schützt sie die brasilianische Verfassung vor dem Zugriff der Holz- und Mineralindustrie. Und für uns sind die Waiãpi-Projekte ein bescheidener Beitrag, der auch der übrigen Welt ein wunderschönes Stück primären Regenwaldes erhält.
  • Die seit 2019 existierenden Projekte zu Bildung und Grenzschutz vervollständigen unsere Hilfeleistungen bei den Waiãpi. Der freie Zugang zu Informationen, Bildungsangeboten und Online-Angebote für Jugendliche gepaart mit der Unterstützung bei der Arbeit des Grenzschutzes, welchen die Waiãpi selbst betreiben, gibt den Waiãpi Rückhalt (siehe auch: Jahresbrief 2019). Unser langjähriger, dauerhafter Einsatz vor Ort hat uns zu Partnern zusammen geschweißt. Partner, auf die man sicher zählen kann. Annette und Rüdiger Nehbergs Sohn Roman und Tochter Sophie, heute im Vorstand, spielten schon als Jugendliche im Wald mit Häuptlingskindern. Für die Nehbergs sind die Waiãpi Familie.
  • Seit 2000 sind wir den Waiãpi treu. Wir sind gemeinsam gewachsen. Wir beobachten die Entwicklung der Waiãpi hin zu starken, eigenständigen Wächtern des Waldes, die von sich aus aktiv ihre ursprüngliche Kultur leben wollen. Auch die jüngere Generation. Diese Eigenmotivation unterstützen wir. Wir zeigen ihnen unsere tiefste Anerkennung und die notwendige finanzielle Unterstützung, die sie in ihrem Lebensstil bestärkt – mit internationalem Rückenwind.